Bewusster im JETZT sein

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Als ich neulich wieder im Zug unterwegs war spielte mein Handy – im Zufallsmusikmodus – einen Ausschnitte aus dem wunderbaren Hörbuch “Jetzt!” von Eckart Tolle. Hier spricht er an, dass alles Leiden und Schmerz durch das “Leben” im Verstand, also vor allem in Vergangenheit und Zukunft und dem Grübeln darüber, erzeugt wird:

“Solange der unbeobachtete Verstand dein Leben regiert, erschaffst du den Schmerz selber. Der Schmerz, den du jetzt erschaffst, erspringt aus deiner Ablehnung dessen, was ist, aus deinem unbewussten Widerstand.(…) Der Verstand sucht immer danach, das Jetzt zu vermeiden und ihm zu entkommen. (…)
Wie hört man auf, Zeit zu erschaffen? Erkenne zutiefst, dass dein ganzes Leben sich im gegenwärtigen Moment abspielt. Stelle das Jetzt ins Zentrum deines Lebens. Während du vorher in der Zeit gelebt, und dem Jetzt nur kurze Besuche abgestattet hast, verbleibe von nun an im Jetzt und statte der Vergangenheit und Zukunft kurze Besuche ab (…).
Sage immer JA zum gegenwärtigen Moment. Was könnte sinnloser, wahnsinniger sein als inneren Widerstand gegen etwas aufzubauen, das bereits da ist. Was könnte verrückter sein, als sich dem Leben selbst entgegenzustellen, das Jetzt und immer Jetzt ist. Gib dich dem hin was ist, sage JA zum Leben, und schau, wie das Leben plötzlich beginnt, für dich zu arbeiten, anstatt gegen dich. “

Da wurde mir bewusst (obwohl es mir gut ging), dass ich mich fast die ganze Zugfahrt über in der Vergangenheit und in der Zukunft befand, mit kurzen Unterbrechungen durch das Umsteigen und die Fahrkartenkontrolle.

Meiner Erfahrung nach tendiert man vor allem zum Abschweifen, wenn man müde ist und gerade keine Arbeit ausführt, bei der man sich konzentrieren muss.
Dagegen kann eine tägliche Meditationspraxis wirklich sehr dabei helfen, generell mehr im Jetzt zu leben und bewusster wahrzunehmen, was in einem und um einen herum passiert.
Außerdem erlebt man auch beim Yoga das pure JETZT, wenn man hier gedanklich abschweift, funktioniert es einfach nicht. “Yoga ist die Praxis der Gegenwärtigkeit. Das was zählt ist das Jetzt – der gegenwärtige Augenblick.” (Quelle: yogaeasy.de)

Richtig berührt hat mich dann gestern dieser folgende Satz aus  “Das Ayurveda Schönheitsbuch” von Dr. Vinod Verma:

“Denken Sie daran, dass der kostbarste Augenblick Ihres Lebens JETZT ist (…)”.

Das möchte ich mir und euch wieder und wieder bewusst machen. Der kostbarste Augenblick deines Lebens ist JETZT! Der einzige Augenblick, der wirklich DA IST und nicht nur in Gedanken erzeugt wird.

“Glück und Zufriedenheit hängen weder von unserem Reichtum noch unseren Besitztümern oder unserem gesellschaftlichen Status ab. Es sind allein unsere Gedanken, die uns glücklich oder unglücklich machen”.

Eine mutige Aussage, würde sie doch alles Streben nach mehr überflüssig machen! Wenn aber wieder mal etwas nicht so funktioniert hat, wie wir uns das wünschen, oder wir merken, dass wir unser Glück wieder einmal an Bedingungen geknüpft haben (“Wenn ich endlich abgenommen habe / einen neuen Job gefunden habe / mein Partner dies und das macht / unser nerviger Nachbar wegzieht / …), sollten wir uns daran erinnern.
Ich möchte euch hier im Blog auch mit auf meine Reise nehmen, gelassener zu werden und Dinge anzunehmen, wie sie sind. Es kommen also sicher noch viele Beiträge zu diesem Thema und ich bin gespannt, welche Eindrücke ich aus meinem Indienbesuch und von meiner Yogalehrerausbildung mitnehmen werde.

Eine kleine Übung, die du ganz einfach überall ausführen kannst:

  1. Sobald du merkst, dass du dich nicht so gut fühlst – gestresst, verärgert, traurig – dann halte einen Moment inne. Fühle einmal genau hinein. WAS fühlst du? WO fühlst du es?
  2. Dann achte auf deine Gedanken. Höre ihnen einfach nur zu, bewerte sie nicht. Hörst du etwas heraus, dass die Gefühle vielleicht verursacht haben könnte?
  3. Wenn du dann noch etwas weitergehen willst, kannst du die Gedanken, die sich sehr oft um Sorgen über eine hypothetische Zukunft drehen, überprüfen und schauen, ob sie ganz sicher wahr sind. Hierzu sei auch “The Work” von Byron Katie sehr empfohlen, die darin beschreibt, wie man Gedanken und Glaubenssätze auf ihre Wahrheit überprüft. Du kannst die Gedanken durch liebevolle, tröstende ersetzen, etwas Konkretes unternehmen, damit es dir besser geht (z.B. Lernen gegen die Angst vor einer Prüfung) oder einfach hinnehmen, dass du momentan z.B. noch nicht wissen kannst, wie etwas ausgeht, wie die Zukunft sein wird.

Wenn du das regelmäßig ausführst, kannst du lernen, etwas achtsamer mit deinen Gedanken umzugehen und sie nach und nach schon wahrzunehmen, bevor du richtig wütend, ängstlich oder traurig geworden bist.


Hier die Cover und Links zu den erwähnten Büchern / Hörbüchern:

 

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