Was die Beobachterhaltung im Alltag verändern kann

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Im Rahmen meiner Yogalehrerausbildung habe ich die Aufgabe, ein “Yoga Journal” zu führen. Hierbei schreibe ich fast täglich ein paar Gedanken und vor allem Beobachtungen auf – zu meiner Praxis. Das Erstaunliche ist, dass vor allem dieses absichtslose Beobachten dessen, was ist, eine große Veränderung herbeiführen kann.

Sich bewusst zu machen, was man wahrnimmt, wie sich der Körper anfühlt, wie man reagiert. Ich bemerke früher, dass Kopfschmerzen entstehen, wie ich langsam hungriger werde, ich spüre deutlich, wenn bestimmtes Essen mir nicht bekommt. Hier habe ich einmal meine bisherigen Änderungen zusammengefasst, die durch das Beobachten (in Kombination mit Louise L. Hays Gesundheit für Körper und Seele, etwas gesünderer Ernährung und dem Offen und Neugierig sein für alles, was da kommt):

  • Ich bin viel viel ruhiger und gefestigter geworden. Schreckliche Nachrichten, “Krisen”, und wenn etwas nicht so läuft wie geplant werfen mich fast gar nicht mehr aus der Bahn – ich habe eher das Gefühl, dass es einfach so sein MUSS, dass es 1.) scheinbar der Plan vom Universum war, diese Situation jetzt entstehen zu lassen (eventuell auch, weil ich sie unbewusst hervorgerufen habe durch mein Denken und/oder handeln) und dass es 2.) sicher auch viel daran zu lernen gibt, allen voran das Loslassen des gewünschten Ausgangs.
  • Ich plane weniger. Ich packe meinen Alltag weniger voll, genieße freie Zeit ohne schlechtes Gewissen
  • Ich bin mehr im Hier und Jetzt, bemerke mehr, was um mich herum passiert
  • Allgemein bin ich eher … heiterer, positiver. Habe die Ansicht, dass alles seinen Sinn hat, Gutes und Schlechtes eher unsere Urteile sind
  • Ich habe viel weniger den Drang, immer alles kontrollieren zu wollen und kann den Dingen mehr ihren Lauf lassen
  • Ich habe durch viel leidliches Ausprobieren lernen müssen, dass ich sowohl andere Menschen als auch viele viele Dinge im Außen nicht ändern kann. Das Einzige, was ich oftmals ändern kann, ist einfach nur MEINE HALTUNG zu den Dingen. Das nimmt unheimlich viel Druck weg!
  • Gerade wenn ich von Natur umgeben bin oder mir Bäume, Sonnenuntergänge etc. anschaue, aber auch in anderen Situationen kommt oft diese absolute Klarheit auf, dass alles so viel größer ist als ich, als mein Körper, als mein Leben und meine kleinen alltäglichen Sorgen und “Pflichten”… dann habe ich schon manchmal dieses tiefsitzende Gefühl, dass doch irgendwie alles verbunden ist, alles eins und das alles einen größeren Sinn hat
  • Ich habe insgesamt weniger Appetit und warte öfter mit dem Essen, bis ich auch wieder Hunger habe!
  • Ich habe mehr Selbstbewußtsein & fühle mich viel wohler in meinem Körper, gehe sanfter mit mir um und nicht mehr so hart mit mir ins Gericht

Was für einen großen Unterschied die Beobachtung und regelmäßige Yogapraxis in meinem Alltag mittlerweile machen, ist mir vor allem nach 2 Wochen Pause bewusst geworden. Langsam aber sicher wurde ich immer gereizter, unausgeglichener. Schlechte Nachrichten haben mich völlig heruntergezogen und ich habe mit Panik und Tränen reagiert, wenn das Leben nicht genau so mitgespielt hat, wie ich es wollte. Ich habe schlechter geschlafen, mit mehr Konflikten zu tun gehabt und mich einfach nicht mehr “bei mir “gefühlt. Das ging so weit, dass ich mit Erschrecken festgestellt habe, dass wieder viel mehr abwertende Gedanken  in meinem Kopf herumspukten, mich runterzogen und ich mich einfach deprimierter und erschöpfter fühlte.

Obwohl ich für das Yogajournal nur wenige Minuten am Tag aufgewendet habe, und auch nicht täglich 30 Minuten auf der Matte angekommen bin, macht doch die regelmäßige Praxis und Beobachtung einen großen Unterschied. Es sind diese kleinen Rituale, an denen man aber einfach dranbleiben muss, damit sie den Tag bewusster machen oder in die Richtung lenken, in die man gehen möchte. Startet z.B. morgens in den Tag mit dieser 9 minütigen, einfachen Yogasequenz oder nehmt euch wenige Minuten Zeit vor dem Aufstehen und spürt in euch rein, wie fühlt ihr euch heute, körperlich und geistig. Ist da Angst, Verspannung? Vorfreude, Nervosität? Müdigkeit, sonst gar nichts? Nehmt es einfach nur wahr, es muss hier nichts bewertet werden!

Probiert die tägliche Beobachtung – in welcher Form auch immer – einfach mal aus für ein paar Wochen. Wer nicht viel Zeit hat oder nicht gerne schreibt kann sich ja z.B. auch einfach eine Tabelle machen und dort jeweils einen fröhlichen, mittleren oder traurigen Smiley eintragen für Punkte wie Schlaf, Kopfschmerzen, Laune, Verdauung, und was ihm sonst noch einfällt. Und dann setzt euch ab und zu mal hin, und schaut, ob ihr über die letzen Wochen eine Veränderung bemerkt habt. Wenn nicht ist das gar nicht schlimm, dann ist eben das auch eine Beobachtung. Einfach weitermachen, nur nicht aufgeben. Jeder Schritt zählt!

Viel Spaß beim Beobachten!

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