Home Blog Plastikfrei Challenge Start – Status Quo Kühlschrank & der erste Einkauf

Plastikfrei Challenge Start – Status Quo Kühlschrank & der erste Einkauf

by Stefanie

Unser Kühlschrank VOR der Challenge

Seid ihr bereit für den schonungslosen Blick in unseren Kühlschrank an einem verregneten Sonntag Abend?

 

 

 


Fangen wir mal mit dem Positiven an: Obst und Gemüse, größtenteils unverpackt, yeah! Ein paar Dinge sind sogar in Glas (Aufstrich, Marmelade, Red Curry Paste, Oliven, Sojasauce, Tomatensauce, Bier). Und das war es dann auch schon mit dem Positiven 😉 Mein Mann ist nicht von seinem Cola Zero aus Dosen Konsum abzubringen (und glaubt mir, ich habe es versucht). Hummus – okay, kann man definitiv besser selbermachen (aber … Kleinkind zu Hause, keine Zeit, Gläser, Preis, mimimi sagte der innere Ausreder). Mayo – einfach die billigste im Discounter gekauft. Margarine – gibt es ja sicherlich nicht ohne Plastik. Butter – woraus ist die Verpackung überhaupt? Ebenfalls nicht kunststofffrei. Vegane Burger & Tofu – beide in fürchterlich viel Plastik eingepackt, bei der Tofupackung aus Pappe befinden sich innen die beiden Tofustücke in Plastik. Babybrei im Glas für die Abende, an denen es mal schnell gehen muss. Milch und Sojamilch aus dem Tetrapak (kunststoffbeschichtet). Tja und zu den Milchprodukten – Feta, Joghurt, Frischkäse, Parmesan muss ich wohl nichts sagen, außer: Nicht gut! Die größte „Sünde“ ist vermutlich dieser komische Protein-Schoko-Shake, den ich meinem Mann in seiner Abnehm-Low-Carb-Phase mal mitgebracht habe und der seitdem vor sich hin gammelt. Senf und Tomatenmarkt sind aus … ja woraus ist so eine Tube eigentlich gemacht frage ich mich gerade?

Woraus besteht eine Tube?

Die Tube besteht aus Aluminium, welches innen über eine Barriereschicht verfügt, um die Tube vor der Säure aus dem Lebensmittel und dadurch beispielsweise vor Rost zu schützen. Diese Barriereschicht (ein spezieller Lack) verhindert den direkten Kontakt des Aluminiums mit dem Lebensmittel.

Quelle: https://www.ichlebegruen.de/Artikel/326/Sind-Aluminiumtuben-ungesund-oder-gefaehrlich-Ist-Glas-besser

Fassen wir also einmal zusammen: Das Meiste in unserem Kühlschrank lässt sich optimieren und wurde entweder aus Ignoranz (bzw. ich habe es wirklich einfach vergessen!), Bequemlichkeit (im Supermarkt um die Ecke erhältlich) oder – und das war meist der Hauptgrund – wegen dem günstigsten Preis so eingekauft.

Der erste Einkauf

In zwei Supermärkten zusammengesucht. Natürlich noch verbesserungswürdig, aber ich lerne ja noch.

Man sieht: Aufkleber sind auf Gurke, Bananen und der Eierpackung. Das Pesto war eine einmalige Ausnahme für einen „Cheat-Day“ – die vegane Alternative war hier 3x so teuer, frisches Basilikum und Pinienkerne natürlich nicht einfach so unverpackt im Supermarkt zu finden. Biobananen hatten im Discounter den üblichen Aufkleber um alles herum. Bio-Eier (für den Mann) waren ausverkauft. Für die Biomüllbeutel suche ich noch eine bessere Alternative, denn obwohl sie (langsam) kompostierbar sind, kommen sie ebenfalls nicht ohne Kunststoff aus.

Fazit von diesem Einkauf: Es war etwas teurer, es war schwerer zu tragen (Glas), Bio ist nicht immer unverpackt zu bekommen. Normalerweise hätte ich noch viel mehr eingekauft, es gab jedoch häufig keine unverpackten Optionen. Bisher habe ich zudem noch kein Mehrweg-Glas gefunden und der CO2-Fußabdruck ist bei Einfachglas leider häufig schlechter als der einer Kunststoffverpackung. Update: Milch und Joghurt gibt es doch in Mehrwegglas (15 cent Pfand).

Morgen geht es auf den Wochenmarkt und ich schaue, ob es dort Pilze und Kräuter unverpackt gibt und ob man Milchprodukte vielleicht unverpackt bekommen kann.

Freitag steht der Unverpackt Laden an.

Der erste Fail:

Das ist doch alles Käse. Irgendwo habe ich mal gehört, dass der Käse an der Käsetheke wenn er geschnitten wird auch einzeln mit so Zwischenplastikscheiben verkauft wird. Ob das so ist? Natürlich war ich zu schüchtern einfach zu fragen. Und habe somit die 200 Gramm Gouda als dünnes Stück gekauft. Ohne einen Käsehobel zu Hause zu haben. Wie soll ich das denn bitte schneiden (Resultat siehe Foto links)? Das „Papier“, in den der Käse eingepackt ist, ist leider kein einfaches Papier, wie ich auf den ersten Blick angenommen habe, sondern beschichtet (das hätte ich mit einer kurzen Recherche auch vorher wissen können).


Preisvergleich:

Milch: Die absolut billigste Option für Frischmilch mit 3,5% Fett waren 0,71€, die regionale Biomilch im Tetrapak 1,59€/L, Biomilch in Glasflasche 1,69€. Fazit: für uns 10 Cent mehr pro Flasche, das macht bei einem Verbrauch von ca. 2 Litern pro Woche (nutzen die Milch für Kaffee und Babynahrung) 80 Cent mehr im Monat.
Fazit: + 0,80€/Monat

Käse: Bitte steinigt mich nicht, aber ich liebe Scheibenkäse. Eigentlich würde ich ja wirklich lieber die veganen Simply V Scheiben kaufen, um nicht noch mehr Milchprodukte zu konsumieren. Da gibt es allerdings beim Thema Unverpackt keine Chance. Der ungeschnittene Gouda an der Käsetheke ist (bei Edeka) genauso teuer wie der verpackte, geschnittene Biogouda und doppelt so teuer wie der günstigste geschnittene Gouda. Vom veganen Simply V kosten 150 Gramm 2,99€(Edeka) oder 2,29€ (Aldi). Mein unverpackt Kompromiss ist hier, nur einmal alle 14 Tage Käse zu kaufen und ansonsten Brotaufstriche, Gurke, Tomate (und ab und zu mal eine Avocado) zu verwenden.
Fazit: 4,64€/Kilo für die günstigste verpackte Version – 9,95€/ Kilo für die Version von der Theke. Ganz unverpackt wurde noch nicht gefunden! Es dürfte bei unserem Käseverbrauch maximal 5€ mehr pro Monat ausmachen.

Wasser: Seit der Schwangerschaft kamen meine Gelüste auf Mineralwasser mit Kohlensäure wieder so durch, dass ich (bzw. mein Mann) mir ständig Wasserflaschen gekauft habe. Zuletzt war der Konsum angestiegen auf gut 5x 1,5 Liter Flaschen pro Woche. Asche auf mein Haupt! Ich habe vorher wirklich gern Leitungswasser getrunken, in unserer neuen Wohnung schmeckt es in der Küche aus der Leitung aber ungenießbar muffig. Wir haben einen Wasserfilter, mit dem es wesentlich besser schmeckt. Auch mit Kunststoff, natürlich. Die Kartuschen brauchen wir erstmal auf (haben noch genug für 5 Monate) und dann sehen wir weiter. Eine Glasflasche Mineralwasser habe ich diese Woche mal mitgehen lassen, die PET-Wasserflaschen lasse ich aber im Laden. Das günstigste Wasser in Glasflaschen ist ca. doppelt so teuer wie das PET Wasser.
Fazit: – 3 €/Monat, aber nur, da ich größtenteils darauf verzichte. 

Joghurt: Wir haben vorher meist die Joghurts in den kleinen 150 Gramm Packungen gekauft, da wir immer nur eine kleine Portion benötigen und so nicht gleich alles schlecht werden kann. Joghurt im Glas gibt es nur mit 500 Gramm, mal sehen ob wir den rechtzeitig aufbrauchen. Die Preisvergleiche für nicht Bio Joghurt sehen so aus: 4x 150 Gramm = 600 Gramm griechischer Joghurt kosten 1,39€, 500 Gramm im Glas 1,49€. 4×150 = 600 Gramm Joghurt mit 1,5% Fett 0,49€, 500 Gramm im Glas im günstigsten Fall 1,19€. Bei einer Packung griechischem Joghurt pro Woche hätten wir also Mehrkosten von 40 cent pro Monat, dafür aber auch 100 Gramm weniger in der Packung, Einwegglas und die „Gefahr“, dass der Joghurt verdirbt, bevor wir ihn ganz aufbrauchen.

Paprika: Lose (4,99€/Kilo) teurer als eingepackt (1,49€/500 Gramm).
Fazit: ca. +4€/Monat 

Gesamtfazit: Bisher sind die unverpackten Alternativen also alle leicht teurer oder zumindest gleich teuer wie die verpackten Alternativen. Mit etwas bewussterem Konsum (wirklich nur das kaufen, was wir auch verbrauchen und auf PET-Mineralwasser verzichten) lässt sich dies aber bei uns vermutlich komplett ausgleichen. Vieles lässt sich auf den ersten Blick gar nicht so einfach vergleichen, da man auch Bio vs. Nicht-Bio, regional vs. nicht regional berücksichtigen muss.

Mehr Preisvergleiche folgen noch nach einem Marktbesuch und dem Unverpackt Laden 🙂

Learnings Woche 1:

  • Es ist doch nicht so einfach, wie anfangs gedacht. Nur weil du kein Plastik siehst, heißt es noch lange nicht, dass auch kein Plastik involviert war. Kauft man die losen Bohnen bei Tchibo im Geschäft z.B. wurden diese auch in 500 Gramm Packungen angeliefert und von einem Mitarbeiter ausgepackt. Viele Verpackungen sehen zudem anfangs plastikfrei aus, sind es aber nicht – Das „Papier“ an der Käsetheke ist z.B. innen mit einer Art Folie beschichtet, da vermutlich sonst der Wasseranteil im Käse das Papier aufweichen würde.
  • Vorbereitung ist wichtig, ähnlich wie bei der Umstellung auf vegane Ernährung. Mal schnell eine kleine (Glas-)flasche Wasser unterwegs kaufen ist nicht möglich und fast alles, was man unterwegs an Essen kaufen kann, ist in Plastik verpackt (Brötchen & Coffee to go in eigenem Becher sind hier wohl noch die einfachste Alternative).
  • Viele „Standard“ Lebensmittel sind in normalen Supermärkten nicht unverpackt erhältlich – z.B. Kräuter, Pilze, einige Salate, Nudeln, Reis. Hier sind also extra Wege und höhere Kosten unvermeidbar.

+

  • Es macht Spaß, sich bewusst umzuschauen und neue Möglichkeiten zu entdecken.
  • Die Ernährung wird wohl automatisch gesünder, da gerade das bequeme „Convenience“ Essen (Fertiggerichte, Tiefkühlnahrung, Süßigkeiten & Co.) eigentlich immer verpackt ist, und Obst und Gemüse am einfachsten unverpackt zu bekommen ist. Ich habe tatsächlich jetzt schon Lust bekommen, selbst wieder mehr zu backen und zu kochen und bin mir sicher, dass es fast allen, die auf plastikfreier umstellen wollen, auch so geht.
  • Komischerweise scheint die Milch aus der Glasflasche und der Käse von der Theke besser zu schmecken – wir werden diesen Effekt weiter beobachten 😉

Vielleicht interessiert Dich auch

Leave a Comment

This website uses cookies to improve your experience. We'll assume you're ok with this, but you can opt-out if you wish. Accept Read More